Schüler erleben wie eine Zeitung entsteht

Schüler der Hermann-Hesse-Schule nehmen Einblick hinter die Kulissen

 Angel, Dominik, Finn, Ilyas und Mika, die in der Projektwoche unter Leitung von Frau Aschhoff-Hartmann und Frau Dessin am Zeitungsprojekt „Klasse!“ arbeiteten, besuchten am Montag, dem 27. Juni 2016 das Druckerzentrum in Sennestadt und am Donnerstag, dem 30. Juni 2016 die Lokalredaktion in Gütersloh.

1Der Gütersloher Redaktionschef Jens Ostrowski zeigte den Schülern der Hermann Hesse-Schule die Lokalredaktion und beantwortete viele Fragen zur Arbeit der Redakteure und zu seiner Person. Herr Ostrowski kommt gebürtig aus Dortmund. Zuerst zog er auf Grund des Stellenmarktes nach Dresden und anschließend nach Gütersloh. Die Schüler bekamen von ihm die Information, dass es nicht schwer ist, ein Reporter zu sein. Weil Reporter kein Ausbildungsberuf ist, kann jeder, der die Rechtschreibung gut beherrscht und Spaß am Schreiben hat, als Reporter tätig sein kann. Am Anfang ist aber auch das sicherlich schwierig. Als Redakteur dagegen muss man ein Studium absolvieren. Die Arbeitszeit eines Redakteurs bei der NW beträgt etwa 10 Stunden am Tag. Herr Ostrowski mag seinen Beruf sehr, aber dennoch gibt es manchmal auch Schwierigkeiten. Die NW bekommt regelmäßig Pressemitteilungen von Vereinen und der Polizei sowie Einladungen zu Presseterminen. Fährt ein Redakteur direkt zu einem Unfall, nennt man diesen „Blaulichtreporter“. Die Redakteure bringen aber auch regelmäßig eigene Themenvorschläge ein, zu denen sie dann recherchieren und schreiben, hierbei ist es wichtig, gute Geschichten erkennen zu können und den richtigen Leuten, die richtigen Fragen zu stellen. Jeder Redakteur hat sein eigenes Fachgebiet, zu dem er für die Zeitung schreibt. Die Lokalredaktion muss an sechs Tagen pro Woche jeweils elf Zeitungsseiten füllen. Die Zeitung erscheint an sechs Tagen in der Woche. Damit auch montags die neusten Geschehnisse in der Zeitung stehen, müssen einige Redakteure auch sonntags arbeiten. Welcher Text der Aufmacher des Lokalteils ist, ist von der Wichtigkeit des Berichts abhängig. Oftmals sind es „Muss-Themen“ oder „Aufregerthemen“. Die Redakteure entscheiden hierüber demokratisch. Ist dieses nicht möglich, entscheidet Herr Ostrowski als Chefredakteur der Lokalredaktion. Um etwa 17.00 Uhr treffen sich alle Mitarbeiter der Lokalredaktion im Rahmen der Stehkonferenz zur sog. „Blattkritik“. Hier werden die Texte überarbeitet und gelayoutet, so dass sie später gut auf eine Zeitungsseite passen. Ist alles fertig, wird es ans Druckerzentrum gemailt. Dort beginnt jeden Abend um 22.00 Uhr der Zeitungsdruck, welcher gegen 2.00 Uhr morgens ende2t. Frau Andrea Kaiser informierte hierüber die interessierten Jung-Redakteure sehr ausführlich. In dem Film „Eine Zeitreise mit Eurer Zeitung“ erfuhren die Schüler, dass die Geschichte der NW vor über 200 Jahren begann. Weiterhin erfuhren sie, dass zur Zeitungsgruppe der NW verschiedene Zeitungen gehören: NW, Mindener Tagesblatt, Lippesche Landeszeitung und Haller Kreisblatt. Die NW gibt es aber nicht nur in gedruckt Form, sondern auch online. Hierüber berichtete die Volontärin, Frau Melanie Wigger, den interessierten Jugendlichen, dass nur die wichtigsten Themen auf die Homepage gestellt werden. Hierfür werden sie noch einmal extra überarbeitet.

Im Museums3raum fanden die Schüler heraus, dass der Zeitungsdruck früher viel aufwändiger war als heute. Bei Küster- und Pressedruck wird seit 2011 mit einer neuen, modernen Rotationsmaschine gedruckt. Diese Maschine ist 27 m lang, 7 m breit und 13 m hoch. Mit ihr können bis zu 45000 Zeitungen pro Stunde gedruckt werden. Der Druck einer einzigen Zeitung dauert nur 2,5 Sekunden. Die Anschaffung dieses Wunderwerks kostete 12 Millionen Euro. 420000 Druckplatten werden pro Jahr verbraucht und anschließend wieder recycelt. Die Länge des Papiers auf einer Papierrolle beträgt 20 Kilometer. Das entspricht etwa der Entfernung von Gütersloh nach Bielefeld. Eine Papierrolle wiegt ca. 1200 kg. Etwa 20 Rollen hiervon werden pro Tag benötigt – für die Wochenendausgabe sogar 30. Eine Rolle kostet etwa 750 Euro. Die Schüler fanden den Rundgang durch das Druckzentrum und die Rotationsmaschine besonders interessant. Am Ende eines langen Abends im Druckzentrum, ging jeder mit einer druckfrischen Ausgabe der Zeitung vom 28. Juni 2016 nach Hause.

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